Veröffentlicht am März 11, 2024

Volle Auftragsbücher, aber leeres Konto? Das ist kein Zeichen von Misserfolg, sondern die klassische Wachstumsfalle für KMU, bei der jeder neue Auftrag zunächst Kapital bindet, statt es freizusetzen.

  • Die Lösung liegt nicht in neuen Krediten, sondern in der Aktivierung von „totem Kapital“, das bereits in Ihrem Unternehmen steckt.
  • Durch gezielte Maßnahmen wie Factoring, Lageroptimierung und Umschuldung können Sie den Cash-Conversion-Cycle drastisch verkürzen.

Empfehlung: Analysieren Sie sofort, wo Ihr Kapital gebunden ist – in offenen Forderungen, im Lager oder in teuren Altkrediten. Jeder Tag, den Sie hier gewinnen, stärkt Ihre finanzielle Schlagkraft.

Sie kennen das: Die Auftragsbücher sind voll, die Produktion läuft auf Hochtouren, und trotzdem herrscht auf dem Firmenkonto Ebbe. Dieses Paradox ist als Geschäftsführer wachsender kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) zermürbend. Man arbeitet mehr, generiert mehr Umsatz, aber die finanzielle Decke wird immer kürzer. Viele greifen dann zu den üblichen Ratschlägen: „Kosten senken“, „besser planen“ oder der teure Gang zur Bank, um die Kreditlinie zu erweitern. Doch das bekämpft nur die Symptome, nicht die Ursache.

Die Wurzel des Problems ist oft eine Verwechslung von Rentabilität und Liquidität. Ein Unternehmen kann hochprofitabel sein und dennoch insolvent werden, wenn das Geld nicht rechtzeitig auf dem Konto eingeht. Jeder Auftrag, jede produzierte Ware bindet Kapital – im Materialeinkauf, in den Löhnen, in den Maschinen. Wenn Ihre Kunden dann noch lange Zahlungsziele ausnutzen, geraten Sie in die Liquiditätsfalle: Sie finanzieren das Wachstum Ihrer Kunden mit Ihrem eigenen, knappen Geld. Das ist der schnellste Weg in die Abhängigkeit von Banken und im schlimmsten Fall in die Zahlungsunfähigkeit.

Aber was, wenn der Schlüssel nicht darin liegt, krampfhaft nach neuem Geld zu suchen, sondern das bereits vorhandene, aber „tote“ Kapital in Ihrem Unternehmen zu reaktivieren? Die wahre Kunst des Liquiditätsmanagements besteht darin, die Hebel zu identifizieren, die sofortige Mittel freisetzen und Ihre finanzielle Unabhängigkeit wiederherstellen. Es geht darum, die Kontrolle zurückzugewinnen und Ihre finanzielle Schlagkraft zu stärken, ohne die Abhängigkeit von externen Geldgebern zu erhöhen.

Dieser Artikel führt Sie durch die entscheidenden Stellschrauben. Wir analysieren praxiserprobte Strategien, vom Verkauf Ihrer Forderungen über die Optimierung Ihres Lagers bis hin zur intelligenten Umschuldung, um Ihr Working Capital zu revolutionieren und die Insolvenzfalle endgültig zu umschiffen.

Forderungsverkauf statt Bankkredit: Wann lohnt sich Factoring für Ihre Liquidität trotz der Gebühren?

Warten Sie auf Ihr Geld, während Ihre eigenen Rechnungen fällig werden? Das ist der Klassiker im KMU-Alltag. Factoring durchbricht diesen Teufelskreis. Statt 30, 60 oder gar 90 Tage auf den Zahlungseingang Ihrer Kunden zu warten, verkaufen Sie die offene Forderung an einen Factoring-Anbieter und erhalten Ihr Geld – meist bis zu 90% der Rechnungssumme – innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Die restlichen 10% folgen, sobald der Kunde bezahlt hat. Dies ist kein Notnagel, sondern ein strategisches Instrument, das längst im Mittelstand angekommen ist. Eine Analyse des Deutschen Factoring-Verbands zeigt, dass 96,6% der Factoring-Kunden KMU sind.

Natürlich ist dieser Service nicht kostenlos. Die Gebühren liegen typischerweise zwischen 0,5% und 2,5% des Rechnungsbetrags, abhängig von Bonität, Umsatz und Branche. Doch der entscheidende Punkt ist der Vergleich: Was kostet Sie das Warten? Opportunitätskosten durch entgangene Skonti, teure Kontokorrentzinsen und der immense administrative Aufwand für das Mahnwesen sind oft teurer als die Factoring-Gebühr. Zudem übernehmen viele Anbieter beim „echten Factoring“ das Ausfallrisiko. Fällt ein Kunde aus, ist das nicht mehr Ihr Problem. Sie gewinnen also nicht nur Liquidität, sondern auch Sicherheit und wertvolle Zeit, die Sie in Ihr Kerngeschäft investieren können.

Checkliste: So wählen Sie den richtigen Factoring-Partner in Deutschland

  1. Bonität und Zulassung prüfen: Stellen Sie sicher, dass der Anbieter über eine gültige Zulassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verfügt. Dies ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal.
  2. Gebührenstruktur verstehen: Klären Sie alle Kostenpunkte im Detail. Dazu gehören die Factoring-Gebühr, Zinskosten für die Vorfinanzierung und eventuelle Zusatzgebühren. Fordern Sie eine transparente Beispielrechnung.
  3. Debitorenmanagement klären: Klären Sie, ob der Anbieter das gesamte Debitorenmanagement inklusive Mahnwesen und Inkasso übernimmt. Dies entlastet Ihre Buchhaltung erheblich.
  4. Branchenexpertise vergleichen: Wählen Sie einen Anbieter mit nachgewiesener Erfahrung in Ihrer Branche. Er kennt die typischen Zahlungsziele und Risiken und kann bessere Konditionen bieten.
  5. Auszahlungsquote und -geschwindigkeit prüfen: Vergleichen Sie, wie schnell und in welcher Höhe (bis zu 100% sind bei manchen Anbietern möglich) die Auszahlung der Rechnungssumme erfolgt.

Der teure Dispo der Firma: Wie Sie durch Umschuldung des Kontokorrents 5% Zinsen sparen

Der Kontokorrentkredit ist für viele Geschäftsführer das „schnelle Pflaster“ bei Liquiditätsengpässen. Er ist flexibel, immer verfügbar und unkompliziert. Doch diese Bequemlichkeit hat einen hohen Preis. Mit Zinssätzen, die oft zwischen 8% und 14% p.a. liegen, ist die dauerhafte Nutzung des Dispos eine der teuersten Finanzierungsformen überhaupt. Er ist Gift für Ihre Bilanz und frisst Ihre hart erarbeitete Marge auf. Das Problem: Was als kurzfristige Überbrückung gedacht war, wird schnell zur Dauereinrichtung und damit zu einer massiven Zinsbelastung.

Der strategisch kluge Schritt ist die Umschuldung des teuren Kontokorrentkredits in einen günstigeren, mittel- bis langfristigen Betriebsmittelkredit. Selbst bei den aktuell gestiegenen Zinsen sind hier Konditionen von 5-7% realistisch. Das mag auf den ersten Blick nicht dramatisch klingen, aber bei einer durchschnittlichen Inanspruchnahme von 100.000 € sparen Sie so pro Jahr 5.000 € und mehr an reinen Zinskosten. Geld, das direkt in Ihr Eigenkapital fließt. Die Verhandlung mit Ihrer Bank erfordert eine gute Vorbereitung: eine saubere Buchführung, einen realistischen Liquiditätsplan und klare Argumente. Viele Unternehmer scheuen diesen Schritt, weil der Kreditzugang herausfordernd sein kann. Laut der KfW bewerten 31,5% der KMU den Kreditzugang als schwierig, was die Suche nach Alternativen unterstreicht.

Eine gezielte Vorbereitung auf das Bankgespräch ist entscheidend. Zeigen Sie auf, dass die Umschuldung kein Notruf ist, sondern ein strategischer Schritt zur Verbesserung Ihrer Finanzstruktur. Präsentieren Sie einen Plan, wie die freigesetzten Mittel und die Zinsersparnis zur Stärkung des Unternehmens beitragen.

Geschäftsführer im Gespräch mit Bankberater über Kreditkonditionen

Alternativ zu klassischen Bankkrediten bieten sich Förderprogramme an. Der ERP-Förderkredit KMU der KfW (Programme 365/366) ist eine exzellente Option für etablierte Mittelständler, um Betriebsmittel zu deutlich günstigeren Konditionen zu finanzieren und so den teuren Dispo abzulösen. Eine strukturierte Verhandlung und die Prüfung von Alternativen sind der Schlüssel zur Reduzierung Ihrer Zinslast.

Lagerbestand optimieren: Wie Sie Totes Kapital freisetzen und sofort flüssige Mittel generieren

Jeder Artikel, jedes Bauteil und jedes fertige Produkt in Ihrem Lager ist gebundenes Kapital. Geld, das Ihnen nicht für Investitionen, Gehälter oder die Begleichung eigener Rechnungen zur Verfügung steht. Ein überfülltes Lager ist daher nicht nur ein Platzproblem, sondern ein massiver Liquiditätskiller. Dieses „tote Kapital“ muss reaktiviert werden. Der Schlüssel dazu ist die Erhöhung der Lagerumschlagshäufigkeit – also die Kennzahl, die angibt, wie oft Ihr durchschnittlicher Lagerbestand in einem bestimmten Zeitraum (meist ein Jahr) komplett verkauft und ersetzt wird.

Eine höhere Umschlagshäufigkeit bedeutet, dass Ihr Kapital kürzer im Lager gebunden ist und schneller wieder als Cash auf Ihr Konto fließt. Die optimalen Werte sind stark branchenabhängig. Während ein Maschinenbauer mit 4-6 Umschlägen pro Jahr gut aufgestellt sein kann, wäre dieser Wert für einen E-Commerce-Händler katastrophal. Eine Analyse Ihrer aktuellen Umschlagshäufigkeit und der Vergleich mit Branchen-Benchmarks ist der erste Schritt, um brachliegendes Potenzial zu identifizieren.

Der folgende Vergleich zeigt typische Richtwerte für die Lagerumschlagshäufigkeit und die damit verbundene Kapitalbindungsdauer in verschiedenen deutschen Branchen. Diese Zahlen helfen Ihnen, Ihre eigene Performance einzuordnen und realistische Ziele zu setzen.

Lagerumschlagshäufigkeit nach Branchen in Deutschland
Branche Optimale Umschlagshäufigkeit Kapitalbindungsdauer
Maschinenbau 4-6x pro Jahr 60-90 Tage
Kfz-Zulieferer 8-12x pro Jahr 30-45 Tage
E-Commerce 12-24x pro Jahr 15-30 Tage

Eine extrem wirksame Methode zur Reduzierung der Kapitalbindung ist die Einrichtung eines Konsignationslagers. Dabei lagert Ihr Lieferant seine Ware direkt bei Ihnen, aber das Eigentum – und damit die Kapitalbindung – geht erst dann auf Sie über, wenn Sie die Ware tatsächlich aus dem Lager entnehmen und in der Produktion einsetzen. Sie haben sofortigen Zugriff auf benötigte Materialien, ohne dafür Kapital vorstrecken zu müssen. Dies erfordert eine enge Partnerschaft und klare vertragliche Regelungen mit Ihren Hauptlieferanten, setzt aber enorme liquide Mittel frei.

Zahlungsmoral verbessern: Wie Sie mit einem strikten Mahnwesen den Geldeingang um 10 Tage beschleunigen

Ein nachlässiges Forderungsmanagement ist eine direkte Einladung an Ihre Kunden, Sie als kostenlosen Kreditgeber zu missbrauchen. Jeder Tag, den eine Rechnung unbezahlt bleibt, verlängert Ihren Cash-Conversion-Cycle und belastet Ihre Liquidität. Die Einführung eines strikt systematisierten Mahnwesens ist kein unfreundlicher Akt, sondern professionelle Unternehmensführung. Ziel ist es nicht, Kunden zu verärgern, sondern klare Zahlungsregeln zu etablieren und die durchschnittliche Forderungslaufzeit (Days Sales Outstanding, DSO) spürbar zu senken. Eine Reduzierung um nur 10 Tage kann bei einem Monatsumsatz von 200.000 € bereits über 60.000 € an zusätzlicher, permanenter Liquidität freisetzen.

Ein Anreiz zur schnellen Zahlung ist oft wirksamer als eine Mahnung. Viele Kunden nutzen die Möglichkeit, wenn Sie ihnen 2-3% Skonto bei sofortiger Zahlung anbieten. Rechnen Sie nach: Oft ist der Skonto-Abzug günstiger als die Finanzierung der Forderung über Ihren teuren Kontokorrentkredit. Der zweite Hebel ist ein konsequenter, automatisierter Mahnprozess. Moderne Buchhaltungsprogramme ermöglichen es, diesen Prozess ohne manuellen Aufwand zu steuern.

Ein bewährtes Vorgehen nach deutschem Recht ist das dreistufige Mahnverfahren. Es schafft Klarheit und Verbindlichkeit, ohne die Kundenbeziehung unnötig zu belasten. Die Automatisierung dieser Schritte stellt sicher, dass keine Forderung durchs Raster fällt.

  1. Stufe 1: Zahlungserinnerung. Eine freundliche Erinnerung per E-Mail, versendet 3-5 Tage nach Fälligkeit. Oft handelt es sich nur um ein Versehen.
  2. Stufe 2: Erste Mahnung. 14 Tage nach Fälligkeit wird eine formelle erste Mahnung versendet, die eine neue Zahlungsfrist setzt.
  3. Stufe 3: Zweite und letzte Mahnung. Nach weiteren 7-10 Tagen folgt die zweite Mahnung mit der klaren Androhung rechtlicher Schritte (z.B. Übergabe an ein Inkassobüro oder Beantragung eines gerichtlichen Mahnbescheids). Ab diesem Zeitpunkt sollten Sie auch konsequent Verzugszinsen nach § 288 BGB (aktuell 9 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz) sowie die gesetzliche 40-Euro-Verzugspauschale geltend machen.

Maschinenpark zu Geld machen: Wie Sie stille Reserven heben, ohne die Produktion zu stoppen

In vielen produzierenden KMU schlummern die größten stillen Reserven direkt in der Produktionshalle: im Maschinenpark. Oft sind Maschinen bereits abgeschrieben, haben aber noch einen erheblichen Marktwert. Dieses Kapital ist gebunden und trägt nicht zur Liquidität bei. Eine elegante Methode, diese stillen Reserven zu heben, ohne die Produktion zu unterbrechen, ist das „Sale-and-Lease-Back“-Verfahren. Das Prinzip ist einfach: Sie verkaufen eine oder mehrere Maschinen aus Ihrem Anlagevermögen an eine Leasinggesellschaft und leasen sie sofort wieder zurück.

Der Effekt ist unmittelbar: Der Verkaufspreis fließt Ihnen als sofortige Liquidität zu, die Sie frei für andere Zwecke verwenden können – sei es zur Ablösung teurer Kredite, für Investitionen oder zur Stärkung Ihres Working Capitals. Gleichzeitig können Sie die Maschine wie gewohnt weiter nutzen. Die monatlichen Leasingraten sind als Betriebsausgaben steuerlich voll absetzbar und planbar, was Ihre Finanzplanung vereinfacht. Dieser Schritt verbessert zudem Ihre Bilanzkennzahlen, da Anlagevermögen in liquide Mittel umgewandelt und die Eigenkapitalquote durch die Reduzierung der Bilanzsumme gestärkt wird.

Der Wert Ihrer Anlagen ist oft höher als in den Büchern vermerkt. Moderne, gut gewartete Industriemaschinen stellen einen erheblichen, aber oft ungenutzten Vermögenswert dar, der als Liquiditätsquelle dienen kann.

Moderne Produktionshalle mit wertvollen Industriemaschinen

Natürlich ist dieses Modell nicht für jedes Unternehmen geeignet. Es lohnt sich vor allem für bonitätsstarke Unternehmen mit einem werthaltigen, nicht zu alten Maschinenpark. Die Leasingkonditionen müssen sorgfältig geprüft werden. Doch als strategisches Instrument zur schnellen Liquiditätsbeschaffung, ohne neue Schulden aufzunehmen, ist Sale-and-Lease-Back eine oft übersehene, aber äußerst wirksame Alternative zum klassischen Bankkredit.

Teure Altkredite umschulden: Wann lohnt sich die Vorfälligkeitsentschädigung für den Zinswechsel?

In Zeiten hoher Zinsen klingen alte Kreditverträge mit niedrigen Raten wie ein Segen. Doch was ist mit Krediten, die vor Jahren zu damals marktüblichen, aber heute überhöhten Konditionen abgeschlossen wurden? Viele Unternehmer scheuen die Umschuldung, weil die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangt – eine Gebühr für die entgangenen Zinseinnahmen. Diese kann auf den ersten Blick abschreckend wirken, doch eine genaue Berechnung zeigt oft ein enormes Sparpotenzial.

Die entscheidende Frage ist: Ist die Summe der zukünftigen Zinsersparnisse durch den neuen, günstigeren Kredit höher als die einmalige Vorfälligkeitsentschädigung? Die Antwort hängt von drei Faktoren ab: der verbleibenden Restlaufzeit, der Höhe der Restschuld und der Differenz zwischen dem alten und dem neuen Zinssatz. Gerade bei langen Restlaufzeiten kann sich eine Umschuldung selbst bei einer Zinsdifferenz von nur 1,5% bis 2% massiv lohnen. Die Vorfälligkeitsentschädigung ist zudem oft verhandelbar und ihre Berechnung durch die Bank muss nicht immer korrekt sein – eine Überprüfung durch einen unabhängigen Experten kann sich auszahlen.

Die folgende Tabelle gibt eine grobe Orientierung, bis zu welcher Höhe eine Vorfälligkeitsentschädigung im Verhältnis zur Restschuld wirtschaftlich sinnvoll sein kann. Sie dient als erste Indikation für eine Break-Even-Analyse.

Break-Even-Berechnung Umschuldung
Restlaufzeit Zinsdifferenz Max. sinnvolle Vorfälligkeitsentschädigung
3 Jahre 2% 5,8% der Restschuld
5 Jahre 2% 9,2% der Restschuld
10 Jahre 1,5% 13,9% der Restschuld

Eine Umschuldung ist ein rein mathematisches Kalkül. Lassen Sie sich nicht von der Höhe der einmaligen Entschädigung abschrecken. Führen Sie eine präzise Break-Even-Analyse durch. Wenn die Zinsersparnis die Kosten übersteigt, ist die Umschuldung ein direkter Gewinn für Ihr Unternehmen, der Ihre monatliche Belastung senkt und damit die Liquidität nachhaltig verbessert.

Die Auseinandersetzung mit den Details Ihrer bestehenden Finanzierungen ist unerlässlich, um die Rentabilität einer Umschuldung korrekt zu bewerten.

Finanzbuchhaltung ohne Papier: Wie Sie mit „Unternehmen Online“ 5 Stunden Büroarbeit pro Woche sparen

Wie viel Zeit verbringen Sie oder Ihre Mitarbeiter mit dem Sammeln von Belegen, dem Abtippen von Rechnungen und dem Pendelordner für den Steuerberater? Diese manuelle Arbeit ist nicht nur fehleranfällig und langsam, sondern auch ein versteckter Liquiditätsfresser. Denn eine verzögerte Buchhaltung bedeutet, dass Sie keinen Echtzeit-Überblick über Ihre Finanzen haben. Sie steuern Ihr Unternehmen im Blindflug, basierend auf veralteten Daten. Die Digitalisierung der Finanzbuchhaltung ist daher kein „nice-to-have“, sondern ein fundamentaler Hebel für eine proaktive Liquiditätssteuerung.

Lösungen wie DATEV Unternehmen Online, die von den meisten Steuerberatern in Deutschland unterstützt werden, revolutionieren diesen Prozess. Belege werden nicht mehr gesammelt, sondern direkt nach Erhalt gescannt oder abfotografiert und digital an den Steuerberater übermittelt. Eingehende Rechnungen können per E-Mail weitergeleitet werden. Die Software erkennt die Rechnungsdaten mittels OCR-Texterkennung automatisch und bereitet den Zahlungsvorschlag für Ihr Online-Banking vor. Sie müssen nur noch freigeben. Laut Experten sind dadurch bis zu 5 Stunden pro Woche an administrativer Arbeit einsparbar – Zeit, die Sie für wertschöpfende Tätigkeiten nutzen können.

Der wahre strategische Vorteil liegt jedoch im tagesaktuellen Überblick. Durch die Verknüpfung mit Ihrem Geschäftskonto sehen Sie auf einen Blick, welche Rechnungen offen sind, welche Zahlungen anstehen und wie sich Ihr Cashflow entwickelt. Sie können Liquiditätsengpässe erkennen, bevor sie entstehen, und proaktiv gegensteuern. Die Umstellung erfordert eine anfängliche Investition in die Einrichtung und Schulung der Mitarbeiter, aber der Return on Investment (ROI) durch Zeitersparnis, Fehlerreduktion und verbesserte Steuerung ist enorm. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater über die Implementierung einer solchen integrierten Lösung.

Die digitale Transformation Ihrer Buchhaltung ist die Grundlage, um Ihre Finanzprozesse effizient und transparent zu gestalten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aktivieren Sie totes Kapital: Ihr größtes Liquiditätspotenzial schlummert in offenen Forderungen, überhöhten Lagerbeständen und ungenutzten Maschinenwerten.
  • Systematisieren Sie Geldeingänge: Ein konsequentes Mahnwesen und Anreize wie Skonto sind keine Schikane, sondern professionelles Cash-Management, das Ihren Cashflow beschleunigt.
  • Nutzen Sie staatliche Hilfen: Programme wie die BAFA-Förderung machen professionelle Beratung zur Liquiditätsoptimierung für KMU extrem erschwinglich und rentabel.

Unternehmensberatung für den Mittelstand: Investition oder Geldverschwendung?

Die Idee, einen externen Berater zu engagieren, löst bei vielen bodenständigen Geschäftsführern Skepsis aus: „Was soll der mir schon erzählen, was ich nicht selbst weiß? Das kostet doch nur Geld.“ Diese Haltung ist verständlich, aber oft kurzsichtig. Ein auf KMU-Finanzen spezialisierter Berater bringt eine entscheidende Fähigkeit mit: den unvoreingenommenen Blick von außen. Er ist nicht betriebsblind und erkennt ineffiziente Prozesse oder ungenutzte Potenziale, die im Alltagsgeschäft übersehen werden. Er fungiert als Sparringspartner, der Ihre Annahmen hinterfragt und auf Basis von hunderten Vergleichsfällen konkrete, messbare Handlungsempfehlungen gibt.

Die Frage ist nicht, *ob* eine Beratung Geld kostet, sondern *ob* sie mehr einbringt, als sie kostet. Eine gute Liquiditätsberatung amortisiert sich in der Regel innerhalb weniger Monate – durch eingesparte Zinsen, freigesetztes Kapital oder vermiedene Krisen. Die Ziele müssen klar und messbar sein: Reduzierung der Forderungslaufzeit (DSO) um 15%, Erhöhung der Cashflow-Marge um 2% oder Senkung der Kapitalbindung um 20%. Entscheidend ist, dass der Berater nicht nur Analysen liefert, sondern Sie bei der konkreten Umsetzung der Maßnahmen begleitet.

Der Staat hat erkannt, wie wichtig professionelle Beratung für die Stabilität des Mittelstands ist. Über das „Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle“ (BAFA) werden Beratungsleistungen für KMU massiv gefördert. So können bis zu 80% der Beratungskosten durch BAFA-Zuschüsse für qualifizierte Berater übernommen werden. Damit wird die Investition in externes Know-how auch für kleinere Unternehmen leicht tragbar und das Argument der „Geldverschwendung“ entkräftet. Ein qualifizierter Berater ist bereits für diese Zuschüsse vorab registriert und hilft Ihnen bei der Antragsstellung.

Eine professionelle Analyse ist oft der entscheidende erste Schritt, um die richtigen Hebel zur Sicherung Ihrer Liquidität zu identifizieren.

Der erste Schritt zur finanziellen Stabilität ist eine ehrliche Bestandsaufnahme. Analysieren Sie jetzt, wo Ihre Liquidität gebunden ist, und ergreifen Sie eine der hier vorgestellten Maßnahmen, um die Kontrolle über Ihren Cashflow zurückzugewinnen.

Häufige Fragen zur Liquiditätsplanung für KMU

Wann lohnt sich eine externe Liquiditätsberatung?

Eine durchdachte Beratung eröffnet Handlungsspielräume und ermöglicht fundierte Entscheidungen. Sie sichert nicht nur gegen Risiken ab, sondern schafft Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum. Sie lohnt sich immer dann, wenn Sie das Gefühl haben, trotz guter Auftragslage finanziell „auf der Stelle zu treten“ oder bevor Sie größere Investitionen oder Wachstumsphasen planen.

Welche KPIs sollten mit dem Berater vereinbart werden?

Vereinbaren Sie konkrete, messbare Ziele (Key Performance Indicators), um den Erfolg der Beratung zu überprüfen. Beispiele hierfür sind: Reduzierung der Days Sales Outstanding (DSO) um 15%, Erhöhung der Cashflow-Marge um 2%, Senkung der Kapitalbindung im Lager um 20% oder die erfolgreiche Umschuldung eines Kredits mit einer Zinsersparnis von X Euro pro Jahr.

Wie finde ich qualifizierte Liquiditätsberater?

Achten Sie auf Berater, die auf KMU spezialisiert sind und nachweisbare Erfolge im Bereich Finanz- und Liquiditätsmanagement vorweisen können. Eine gute Anlaufstelle sind Berater, die bereits für die BAFA-Beratungskostenzuschüsse qualifiziert sind. Diese haben ein strukturiertes Aufnahmeverfahren durchlaufen, das ihre Kompetenz bestätigt und Ihnen den Zugang zu Fördergeldern erleichtert.

Geschrieben von Michael Bauer, Bankkaufmann und geprüfter Immobilienökonom (ADI) mit 15 Jahren Erfahrung in der Baufinanzierung und Immobilienbewertung. Er berät Kapitalanleger und Eigenheimerwerber bei der Strukturierung optimaler Finanzierungskonzepte.